Der Frühling ist da

Nach den Wasserschildkröten wurden jetzt auch die Landschildkröten aus den Kühlschränken geholt. Alle sind wohl auf und durften, nach einigen Monaten bei vier Grad Lufttemperatur, zwei Wochen bei ca. 15 Grad und einige Lichtstunden verbringen. Die Außenanlage für unsere Kleinsten ist mit einer Teichfolie ausgelegt. Bei Temperaturen knapp unter 25 Grad erwärmt sich diese recht schnell und von unten herauf ist es nicht so kalt wie auf einer Wiese. So werden Verkühlungen verhindert und deshalb setzten wir bereits die ersten Landschildkröten ins Freie.

Die russische Schildkröte, die wir aus Wien übernommen haben, musste so wie alle anderen auch zum Herpestest. Hier warten wir noch auf den Befund. Zum Glück waren sämtliche Herpes und Kottests der heurigen Neuzugänge negativ.  Weil sich dieses Tier gerade aus der Erde freigegraben hatte als wir es holten, mussten wir die russische Schildkröte mal gründlich waschen. Überraschender Weise fanden wir danach nicht das Tier vor, das wir erwartet hatten. Der Familie möchten wir ausrichten, dass der Name des Tieres perfekt passt. Er ist nämlich kein er, sondern eine sie.. 😉 🙂  Sie sitzt noch in Quarantäne, genauso wie Shelby, die Rotwange die wir von zwei ganz tollen Menschen aus Passau übernommen hatten, weil dieser noch keinen Kot abgegeben hat.

 

Aber nicht nur die Land, sondern auch die Wasserschildkröten wurden bereits nach draußen gebracht. Vorerst natürlich nur in einen kleinen Teich. Sollte es kälter werden sind wir jederzeit im Stande, die Tiere binnen einer Stunde ins Warme rein zu holen. Dieser Teich hat, genauso wie die Becken in denen die Schildkröten überwintert wurden, 13 Grad. Aber dies dürfte sie wenig interessieren wenn man sie beobachtet, wie sehr sie es lieben sich unter der Sonne aufzuwärmen…

 

Eine Anfahrt von drei Stunden nahm eine Familie aus Schladming in Kauf um ihre geliebte Schildkröte hier sicher unterzubringen. Bis vor kurzem zählte man die Chinesische Dreikielschildkröte noch zu der Gattung Chinemys, neuerdings wird sie in die Gattung der Mauremys gestellt. Mauremys reevesii halten über den Winter eine Art verminderte Aktivität bei rund 18 Grad Wassertemperatur. Deshalb wird dieser hübsche Herr vorerst bei den anderen asiatischen Arten im Aquarium untergebracht. Auch hier brachte der Kottest ein negatives Ergebnis.

 

Aus Etsdorf haben wir ein ca.  7 Jahre altes Kaninchen übernommen. Da seine Spielgefährten verstorben sind, wollte ihn die Familie nicht alleine halten, was sehr gut so ist. Kaninchen sollten auch nicht alleine gehalten werden. Die ersten Stunden der Vergesellschaftung verliefen jedenfalls sehr gut.

 

Durch den Kälteeinbruch vor drei Wochen hatte sich die jährliche Krötenwanderung verzögert. Aber es sieht so aus, als ob sie auch viel kürzer als die letzten Jahre wäre. Es sind schon weit mehr Kröten auf dem Retourweg, als auf dem Weg zu einem Teich. Es kann also nicht mehr lange dauern und die Krötenwanderung wird zu Ende sein.

 

Auch der Igel den wir halb erfroren auf einer Straße vorfanden hat kräftig zugelegt. So konnte er nun letzte Woche wieder in die Freiheit gelassen werden.

 

Der Frühling ist die wohl stressigste Zeit auf unserem Gnadenhof. Neben der Auswinterung der Tiere stehen auch die Neuerrichtungen von zwei weiteren Teichen am Programm. Aber auch die alten Teiche müssen gereinigt, und die Pumpen aktiviert werden. Wenn die Schildkröten soweit sind, dass sie wieder ganztags ins Freie können, soll alles fertig sein….

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