Babys, Mykoplasmen am Vormarsch, die Einwinterung hat begonnen

Die Familie Leichtfried aus Klosterneuburg scheint einen äußerst fruchtbaren Boden und vor allem ein fruchtbares, griechisches Weibchen zu besitzen. Bereits letztes Jahr fanden sie in ihrem Garten fünf Neugeborene Schildkröten vor. Zwei davon hatten einen sehr eingedrückten Panzer und konnten die Hinterbeine nicht bewegen. Leider starb eines sehr früh, dem Anderen wurden von uns beinahe täglich die Beine bewegt. Heuer im Sommer formte sich der Panzer auf normal und sie begann langsam ihre Beine selbst zu bewegen. In den letzten Wochen machte sie unglaubliche Fortschritte und heute kann sie beinahe normal gehen.

Gestern meldete sich die Familie wieder. Obwohl sie bereits im Frühjahr das Pärchen getrennt hatten, fanden sie wieder ein Junges in ihrem Garten. Am heutigen Vormittag konnten sie beobachten, wie drei weitere aus der Erde gekrochen kamen. Sie sammelten sie ein und brachten sie zu uns auf den Gnadenhof. Zum Vergleich haben wir die, die heute geboren wurden, zusammen mit denen von letzten Jahr, für ein Foto zusammen gesetzt.

 

Innerhalb weniger Tage hat sich jetzt der Sommer verabschiedet. Seit der letzten Woche sind wir am Abfischen um unsere Tiere einwintern zu können. Wasserschildkröten wie die Mauremys oder die Subglobosa, aber auch die Kinonsternon sind schon eine Woche im Inneren. Arten wie die Emys, die Trachemys und Pseudemys, aber auch unsere Chelydras sind noch draußen. Hier wurde damit begonnen, einzelne Tiere abzufischen und in diese in unsere Quarantänebecken zu setzen. Hier haben sie Zeit um ihren Darm zu entleeren, und wir können den kot der einzelnen Gruppen sammeln, und überprüfen lassen.

Die übrigen Tiere werden in der kommenden Woche aus dem großen Teich gefischt und in die kleineren eingesetzt. So möchten wir verhindern, dass sie abtauchen und wir sie nicht mehr erwischen. Wenn die Tage dann kühler werden, werden wir auch sie herausnehmen und in die Winterstarre versetzen.

 

Auch in den Innenräumen mussten wir uns beeilen. UVB Lampen wurden gestartet, neue Terrarien geholt und unsere Panther, Strahlen und Gelbkopfschildkröten, sowie die Köhler, in die Innenräume gebracht.

 

Bedanken möchten wir uns wieder für die Futterspenden. Leider wissen wir nicht ganz, woher die Spende stammt, aber wir sagen von Herzen Danke!!!

 

Unbedingt müssen wir eine Warnung aussprechen. Immer öfter zeigen uns die Laborbefunde, dass die Tiere an Mykoplasmen erkrankt sind. Es ist unverantwortlich und spricht nicht dafür, dass man Tiere liebt, wenn man fremde Tiere einfach zu seinen Bestand setzt. Viele Menschen sind einfach zu gierig und um sich die Kosten für diese Tests zu ersparen, werden sie einfach dazu gesetzt. Wir würden sagen, dass solche Menschen die Finger von diesen Tieren lassen sollten. Diese Krankheit wird von Schildkröte zu Schildkröte übertragen und ist unheilbar. Werden die Tiere krank, müssen sie mit Antibiotika versorgt werden. Aber schon beim nächsten Stress können die Schildkröten wieder erkranken. Dabei sind sie verrotzt, können schwer atmen und sind auffällig uninaktiv. Sie werden daran nicht sterben, aber wir wissen auch selbst wie es ist, wenn man schwer verkühlt und verschnupft ist. Allerdings können die Schildkröten nicht husten oder sich sonst irgendwie von diesem Schleim befreien, sie sind dann einfach nur arm und krank.

Auch die letzten Tiere die sich hier einfanden, also die in Altenwörth gefundene, griechische Landschildkröte, so wie die sehr alte russische Landschildkröte leiden darunter. Dies wurde bereits diagnostiziert. Damit werden die Gruppen mit infiszierten Tieren ebenfalls immer größer. Deshalb wäre es auch mehr als wichtig, wenn man die Besitzer dieser Tiere, die in Altenwörth gefunden wurden, ausfindig machen könnte. Nicht nur, damit die Person ihre Tiere zurück bekommt, sondern auch um sie zu warnen, dass ihr Bestand erkrankt ist.

Bei uns sind es Mykoplasmen, aus Deutschland hören wir noch viel schlimmere Nachrichten. Dort werden immer mehr und mehr, an Herpes erkrankte Tiere gefunden. Setzt man so ein Tier zu seinem Bestand, kann man damit rechnen, dass über 90 Prozent der Eigentiere, sterben werden….