Was für ein Tag, ausgesetzte, übernommene und gefundene Tiere.

Was war das für ein Tag? Begonnen hatte heute alles schon früh morgens. In Steyr wurden bei einer Fressnapf Filiale drei Moschusschildkröten ausgesetzt. Sie wurden vorgestern in der Nacht einfach vor die Tür gestellt und in klirrender Kälte, ihrem Schicksal überlassen. Manuela fand die Tiere, als sie die Filiale aufsperrte und informierte uns. Da es ein sehr weiter Weg von Steyr hier her ist, suchten wir über FB ein Taxi.

Daraufhin meldete sich die Tina bei uns. Sie musste zwar die Strecke nicht fahren, wollte uns hier aber helfen. Sie holte das Tier und brachte die Tiere heute morgen zu uns. Nicht nur das, sie half auch sofort ein Quarantänebecken herzurichten, wo wir die Tiere vorerst unterbrachten.

Es ist sehr traurig, dass Menschen auf solch Wegen ihre Tiere „entsorgen“. Es ist aber schön zu sehen, dass sich sofort Menschen finden, die diesen Tieren helfen. DAnke, danke, danke!!

Noch während wir am herrichten für die drei Moschusschildkröten waren, erreichte uns der nächste Hilferuf. Ein Mann erzählte uns von einer Schildkröte, die sein Sohn damals mit nachhause genommen hatte. Uns stockte fast der Atem als wir hörten, dass dieser Sohn viel zu früh verstorben war. Als wir vernehmen mussten, dass auch seine Frau kürzlich verstorben war, baten wir natürlich sofort an, dass er das Tier sofort bringen kann. Der Mann wurde noch leiser und meinte, dass er das gerne tut, er aber zuvor jemand fragen muss, ob dieser in Fahren könnte. Wir hackten nach und erfuhren, dass dieser Mann schwer gehbehindert ist. Es ist soooo traurig, dass jemand sooo viel Leid durchmachen muss….. natürlich boten wir an, sofort zu ihm zu kommen um zu helfen. Auch Tina hatte Zeit und begleitete uns auf diesem Weg.

Es handelte sich ebenfalls um eine Moschusschildkröte. Einem Tier, dem ein Vorderbein fehlte. Wir wurden herzlich empfangen und durften uns im Wohnzimmer zu einem kurzen Gespräch setzen. Während dieses Gespräches kam heraus, dass der Mann weitere 5 Landschildkröten im Garten hatte. Wir sahen im die Frage bereits an und boten ihm an, auch hier zu helfen und die Tiere an uns zu nehmen. Der Mann willigte erfreut ein.

Solch menschliche Schicksalsschläge gehen auch uns extrem ans Herz. Wir würden soooo gerne mehr helfen, können aber leider unsere Hilfe nur anbieten, indem wir die Menschen mit den Tieren unterstützen. Wir wünschen diesem Mann alles, alles Liebe und Gute für die Zukunft!!!!!

 

Noch bevor wir die Heimreise antreten konnten, kam der nächste Hilferuf. Eine Dame aus Ronthal hält seit langer Zeit ein Pärchen, griechische Landschildkröten. Heute Mittag fand sie plötzlich Babys in ihrem Garten vor. Leider waren die kleinen noch nicht fertig entwickelt und sie hatten den Dottersack noch an ihrem Bauch. Schon eine Stunde später verstarb das Erste. Wir werden alles menschenmögliche tun, um diese Babys zu retten.

Bevor wir diesen Weg antraten, trafen wir noch auf die Sonja. Eine begnadete Tierschützerin die auch uns immer wieder hilft. Sie begleitete uns, gemeinsam mit Tina auf diesem Weg. Als wir mit der Besitzerin sprachen, hörten wir auch raus, dass sie sich mit der Starre der Tiere etwas schwer tut. Da wir auch fremde Tiere übernehmen und bei uns einwintern, nahmen wir auch ihre Tiere mit. Hier müssen wir allerdings sagen, dass wir nur Tiere mit frischem Herpes und Mykoplasmentest bei unseren Tieren einwintern. Wir möchten auf keinen Fall unseren Bestand gefährden.

Schon gestern übernahmen wir zwei Tiere aus Gänsendorf. Die Familie hatte auch hier vorab einen Test mit den Tieren gemacht.

Auf der Heimreise trafen wir uns dann mit Thomas. Thomas kam aus Salzburg und übernahm dort die Tiere vom Daniel. Daniel hatte uns kontaktiert. Auch er musste seine Tiere wegen eines Wohnungswechsel abgeben. Er traf Thomas, übergab ihm die Tiere und Thomas brachte sie nach Kammern.

Während wir noch diese beiden Landschildkröten übernahmen, kam schon der nächste Hilferuf. Wir hatten komplett die Zeit vergessen und somit übersehen, dass wir uns mit einer Familie aus Gänsendorf ausgemacht hatten, dass wir ihre Rotwange übernehmen und bei uns einwintern. Die Rotwange bewohnt seit Jahren ihren Teich. Da dieser aber ausgelassen und neu hergerichtet wird, konnte das Tier dort nicht überwintern. Wir beeilten uns nach Hause und übernahmen auch dieses Tier für diesen Winter.

 

Ab diesem Zeitpunkt dachten wir, dass wir jetzt alle Neuankömmlinge versorgen und ihnen einen Platz herrichten könnten. Aber weit gefehlt, der nächste Hilferuf erreichte uns. Im zweiten Bezirk in Wien wurde eine weitere Schildkröte gefunden. Eine Rotwange die mitten in einem Park spazierte. Eine Familie fand sie und kümmerte sich sofort um das Tier. Zuhause konnten sie sie aber nicht aufnehmen und so wurden wir kontaktiert. Die Familie machte sich am Abend auf den Weg und übergab uns das Tier. Vielleicht findet sich ja hier der Besitzer wieder…..

 

An Tagen wie diesen erkennen wir auch selbst immer mehr, wie wichtig diese Arbeit ist, die wir hier verrichten und anbieten. Aber nicht nur wir alleine sind hier wichtig. So viele Menschen die uns, wie auch immer, unterstüzen und uns helfen. Wir können uns nur immer wieder von ganzem Herzen bedanken!! Danke für eure Tierliebe, danke für eure Hilfe und danke, dass ihr seid wie ihr seid!!!!!

Auch unser Felix hat die OP gut überstanden. Dieses wundervoll Tierärzteteam hatte ihn mit all ihrem Fachwissen operiert und versorgt. In die offene Wunde wurde eine Binde gelegt, damit sich das ganze nicht noch mehr entzündet….