Überwinterung von Schildkröten

Noch immer erreichen uns beinahe täglich Fragen bezüglich der Einwinterung von Schildkröten. Wir möchten euch hier ein paar wichtige Dinge mitgeben.

Vorweg, Schildkröten sind keine Tiere für ein Aquarium oder Terrarium! Kein UVB Licht kann auf Dauer die Sonne ersetzen.

Überwintert ihr die Schildkröten im Freien, ist ein Glashaus sehr zu empfehlen. In diesem Glashaus sollte zumindest einen Meter tief abgegraben werden um am Boden und den Seiten ein Gitter einzulegen. Dieses Gitter schützt die Schildkröten vor Mäusen und Ratten. Danach sollte das Loch wieder mit unbehandelter Erde gefüllt, und mit Laub überzogen werden. Die Schildkröten gehen mit der Jahreszeit und wissen ganz genau, wann sie zu fressen aufhören. Von Mitte bis Ende November werden sich die Tiere zurück ziehen und sich eingraben.

Diese Methode wenden sehr viele Schildkrötenbesitzer an. Jedoch kann es immer wieder zu dem Problem kommen, dass die Tiere an warmen Februartagen erwachen und sich ausgraben. Im heurigen Jahr hatten wir dies so, und der März wurde unglaublich kalt. Die Schildkröten haben dann meist nicht die Kraft um sich wieder einzugraben und es droht der Erfrierungstot. Die Tiere müssen dann reingeholt und in einem kühlen Raum im Haus gelagert werden, oder man hat einen Frostwächter im Glashaus stehen.

Wir entnehmen ca. Mitte November alle Schildkröten aus den Außenbereichen und überwintern sie in Kühlschränken oder in kühlen Räumen. Auch wenn die Tiere erst wenige Wochen alt sind, können sie bereits überwintert werden.

Sehr oft werden wir gefragt, ob wir die Tiere zuerst baden oder die Panzer mit Ölen behandeln.

Hierzu ein klares Nein!

Beim Baden vor der Winterruhe entleeren sich die Tiere beinahe ganz. Dies sollte aber nicht so sein. Im Darm dieser Tiere befinden sich Bakterien die die Darmflora aufrecht erhalten, und diese Bakterien sollten erhalten bleiben.

Es gibt im Handel die verschiedensten Öle die die Panzer dieser Tiere zum glänzen bringen. Auch hiervon sollte man die Finger lassen. Durch die Öle werden die Poren des Panzers verstopft, es kann kein Gasaustausch mehr erfolgen, besonders in den Wachstumsfugen. In ihren Habitaten reiben sich die Tiere an mediterranen Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Lavendel oder Salbei. Diese Kräuter kann man auch in ihren Gehegen einpflanzen. Diese Pflanzen enthalten natürlich Öle und pflegen den Panzer der Schildkröte während die Tiere daran entlang streifen und verschaffen den Tieren einen natürlichen Glanz. Eine weitere Wirkung besteht in einer gewissen Parasitenabwehr. Um die Schildkröten von Verschmutzunge zu befreihen, sprühen wir sie einach mit normalem Leitungswasser ab.

Die Landtiere werden in den Kühlschrank gelegt und bei 4 bis 8 Grad überwintert.

Hierfür verwenden wir Plastikboxen die ziemlich genau in die Laden passen. Habt ihr kleinere Boxen, sollte diese mit einem Deckel versehen werden. Die Tiere versuchen sich noch zu vergraben oder klettern noch umher und könnten so aus den Boxen fallen. Diese Deckel sollten allerdings mit Löchern versehen werden, damit das Tier auch atmen kann.

Die Erde kann man aus dem eigenen Garten entnehmen oder im Baumarkt kaufen. Hier sollte auch beachtet werden, dass es sich um unbehandelte Erde handelt. Darüber wird dann Laub gelegt. Dieses Laub kann von Ahorn, Eiche oder Buche genommen werden. Aber bitte kein Laub von Obstbäumen. Dieses wird sehr schnell schlammig.

Die Erde sollte keinesfalls stauben, sie sollte leicht feucht sein und es ist notwendig, die Erde zumindest alle zwei Wochen leicht anzufeuchten. Hierfür wird das Laub ein wenig zur Seite gelegt und nur die Erde befeuchtet. Aber bitte nicht das Tier selbst ansprühen!

Immer wieder ließt man vom wöchentlichen Abwägen der Schildkröten. Dies ist jedenfalls nicht erforderlich. Vor der Starre sollte der Kot der Tiere überprüft werden. Gibt es zu viele Parasiten, sollte das Tier noch entwurmt werden. Es genügt danach, die Tiere einmal im Winter abzuwägen. Ein Gewichtsverlust von 5 bis 10 Prozent ist hier normal. Zu oft sollte man dies aber nicht machen, da das Tier zu sehr gestresst wird. Ein öffnen der Kühlschränke muss aufgrund des Sauerstoffes gemacht werden. Hält man nur eine Schildkröte im Kühlschrank, wird es genügen, die Tür einmal in der Woche zu öffnen. Sind es mehr, ist es nötig die Kühlschränke alle zwei bis drei Tage kurz zu öffnen.

Unsere Wasserschildkröten werden auch aus ihren Teichen geholt. Hier gibt es viele Unterschiede. Tiere wie etwa die Klappschildkröten oder die asiatischen Arten wie die Dreikiel oder die Streifenschildkröten halten nur eine sogenannte verminderte Aktivität bei ca. 18 Grad Wassertemperatur. Pseudemys Arten wie die Florida Rotbauch oder die Hieroglypenschildkröten sollten bei 12 bis 15 Grad überwintert werden. Rot und Gelbwangen, Cumberland, Moschus, Schnapp oder auch die europäischen Sumpfschildkröten werden bei ca. 4 bis 8 Grad überwintert. Dazu fangen wir vereinzelte Tiere bereits im September um ihren Kot untersuchen zu lassen. Ende Oktober bis Anfang November werden die Schildkröten dann aus ihren Teichen geholt und in Boxen gesetzt. Sie nehmen kein Futter mehr an und entleeren hier drinnen ihren Darm.

Diese Boxen sind leicht zu reinigen und haben sich die Tiere entleert, werden sie zugedeckt damit die Schildkröte nicht durch Licht irritiert oder aufgeweckt wird.

Die Arten, die bei vier Grad überwintert werden, setzen wir in Maurertröge. Das Wasser sollte den Panzer vollkommen bedecken, aber die Schildkröte sollte jederzeit die Gelegenheit haben um nach Luft zu schnappen.