Fütterung Landschildkröten

Prinzipiell kann alles angeboten werden, was nicht giftig ist und auf unseren Wiesen wächst. Wichtig ist dabei eine abwechslungsreiche Fütterung von Wildpflanzen (Kalzium-, Mineral- und Fasergehalt hoch). Um eine Mangelerkrankung vorzubeugen, ist ein vielfältiges Nahrungsspektrum aus einer Mischung diverser Futterpflanzen notwendig. Heu, Kalzium und frisches Wasser sollte IMMER angeboten werden. Um den Kalziumanteil noch zu erhöhen und die Pflanzen somit schildkrötenfreundlicher zu machen, eignet sich Dolomitkalk. 

Anbieten kann man:

  • Ackerkraut, Ackerwinde, Bärlauch, Beinwell, Berufskraut, Breitwegerich, Brennessel, Brombeer und Erdbeerblätter, Distel, Fingerkraut, Fuchsie, Gänseblümchen, Gänsedistel, Gänsekresse, Glockenblume, Golliwoog, Hibiskus, Klee, Johanniskraut, Nachtkerze, Radieschenblätter, Ringelblume, Salbei, Spitzwegerich…. 
  • Heu
    Das Heu sollte man nicht in Tierhandlungen kaufen. Es sollte aus den verschiedensten Wiesenkräutern und Gräsern bestehen. 
  • Kalzium

Schildkröten haben einen hohen Kalziumbedarf. In ihren Ursprungsländern ist das Kalzium in den Futterpflanzen genügend enthalten,            bei uns müssen wir das Kalzium ergänzen. Sepiaschalen sollten den Tieren deshalb ständig zur Verfügung stehen. Sepiaschale ist               Rückenschulp einer Tintenfischart aus dem Mittelmeer. Sie enthält über 30 Prozent Kalzium und ist deshalb ideal für Schildkröten. Die         Tiere wissen im Allgemeinen recht gut, wann sie Kalzium benötigen und fressen es ganz von alleine. Man muss nur darauf achten, dass      sie ständig Sepiaschalen zur Verfügung haben. Wird kein Kalzium angeboten bekommen die Tiere über kurz oder lang Rachitis, das              heisst sie bekommen Panzererweichungen, die nur sehr schwer bis gar nicht behandelbar sind. Folgeschäden wie z.b. deformierte               Panzer oder Kieferknochen sind vorprogrammiert. Um  das Kalzium aber auch aufnehmen zu können, benötigen die Tiere unbedingt UV-Strahlen.

  • Wasser
    Frisches Wasser MUSS den Tieren immer zur Verfügung stehen. Einzelne Schildkrötenarten wie auch die Griechen, baden sehr gerne.          Deshalb sollte die Trinkschale auch groß genug sein, damit das Tier komplett in die Schale passt. Die Schale sollte auch gut zu                      beklettern sein. Genauso notwendig ist es, dass die Schildkröte auch ohne Probleme wieder rausklettern kann. Landschildkröten                  trinken nicht sehr viel. Daher sollte man sie zumindest einmal in der Woche für einige Minuten im lauwarmen Wasser baden.                           Schildkröten können Flüssigkeit auch über die Kloake aufnehmen. 

Salate sollte man nur ab und zu füttern. Zucker, Nitrat- sowie Eiweißgehalt sind für Schildkröten in der Regel viel zu hoch. Man sollte die Salate trocknen. In luftigen Behältern halten die getrockneten Pflanzen sehr lange. Feuchte Lagerung oder Lagerung in Plastikbeutel führt unweigerlich zu Schimmelbildung und damit zu Leberschäden bei den Tieren. Sehr, sehr selten bis gar nicht sollte Obst gefüttert werden, auch wenn die Schildkröten noch so gierig danach sind. Es verändert durch seinen Zuckergehalt den PH- Wert des Darms und schädigt damit die Darmflora. Durchfall, eine schlechte Futterverwertung und eine höhere Parasitenbelastung des Darms ist die Folge. Getreide und alle Getreideprodukte sollten auf keinen Fall angeboten werden, auch nicht Milch oder gar Fleisch. Künstliche Vitaminpräparate führen leicht zu einer Überdosierung und sollten nur nach Empfehlung des Tierarztes verabreicht werden. Milch und Fleisch hat zu viel Eiweiß. Eiweiß schädigt die Nieren der Schildkröten!!! 

Keinesfalls sollte Katzen- oder Hundefutter angeboten werden. Die Darmflora der Schildkröte ist ausschließlich auf pflanzliche und eiweißarme Nahrung ausgerichtet. Falsche Ernährung führt zu schweren Nieren- und Leberschäden, Panzerwachstumsstörungen und Verdauungsproblemen, Gicht und letztendlich zum Tod! Erdbeeren oder Bananen führen oft zu Durchfall, Tomaten entziehen dem Panzer wichtiges Kalzium.