Invasive Tierarten

Bereits im Jahr 2014 hat die Europäische Union eine Verordnung erlassen, die invasiven Arten bekämpfen soll. Im Jahr 2016 erschien dann eine Durchführungsverordnung 2016/1141 die folgende Tier- und Pflanzenarten betrifft:

23 Tierarten:

  • Pallashörnchen (Callosciurus erythraeus)
  • Glanzkrähe (Corvus splendens)
  • Chin. Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis)
  • Kleiner Mungo (Herpestes javanicus)
  • Nordamerik. Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus)
  • Chin. Muntjak (Muntiacus reevesi)
  • Nutria (Myocastor coypus)
  • Südamerik. Nasenbär (Nasua nasua)
  • Kamberkrebs (Orconectes limosus)
  • Viril-Flusskrebs (Orconectes virilis)
  • Schwarzkopfruderente (Oxyura jamaicensis)
  • Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)
  • Amur-Schläfergrundel (Perccottus glenii)
  • Roter Amerik. Sumpfkrebs (Procambarus clarkii)
  • Marmorkrebs (Procambarus fallax)
  • Waschbär (Procyon lotor)
  • Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva)
  • Grauhörnchen (Sciurus carolinensis)
  • Fuchshörnchen (Sciurus niger)
  • Sibir. Streifenhörnchen (Tamias sibiricus)
  • Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus)
  • Amerik. Schmuckschildkr. (Trachemys scripta)
  • Asiat. Hornisse (Vespa velutina)

14 Pflanzenarten:

  • Kreuzstrauch (Baccharis halimifolia)
  • Karolina-Haarnixe (Cabomba caroliniana)
  • Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes)
  • Persischer Bärenklau (Heracleum persicum)
  • Sosnowsky-Bärenklau (Heracleum sosnowskyi)
  • Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides)
  • Krause Afrik. Wasserpest (Lagarosiphon major)
  • Großblütiges Heusenkraut (Ludwigia grandiflora)
  • Flutendes Heusenkraut (Ludwigia peploides)
  • Gelbe Scheinkalla (Lysichiton americanus)
  • Brasilianisches Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum)
  • Parthenium-Kraut (Parthenium hysterophorus)
  • Durchwachsener Knöterich (Persicaria perfoliata)
  • Kudzu (Pueraria montana)

Darunter befinden sich eben auch die Trachemys, also alle Gelb-, Rotwangen- und Cumberlandschildkröten. Klar ersichtlich wird in dieser EU-Verordnung, dass diese Tiere und Pflanzenarten aus Europa verschwinden sollen. Diese Verordnung deutet auf die Tötung dieser Arten hin und fordert die EU-Mitgliedstaaten zu einer konsequenten Umsetzung auf.

Diese Verordnung durchzusetzen würde einen klaren Verstoß gegen das österreichische Tierschutzgesetz bedeuten. Obwohl uns schon zu Ohren gekommen ist, dass invasive Arten keinen Platz im Tierschutzgesetz haben und somit praktisch getötet werden dürfen, stellen wir uns hier klar dagegen. Natürlich muss etwas passieren, natürlich bedeuten auch diese Tiere eine Gefahr für das Ökosystem (sie fressen Lurche, Kröten, am Boden brütende Vögel aber auch Eier von der ebenfalls geschützten Blindschleiche), aber die Tötung kann nicht das Ziel sein. Diese Tiere wurden von Menschenhand in unsere Teiche und Seen gesetzt und sollten auch von Menschenhand eingefangen und in Zoos oder Auffangstationen untergebracht werden.

Leider besagt diese EU-Verordnung auch, dass selbst die Haltung für Tierheime, Tierzoos oder eben Gnadenhöfe verboten werden soll. Diese Arten dürfen weder gehalten noch gehandelt werden.

In Polen etwa hat man bereits letztes Jahr mit der Tötung dieser Tiere begonnen. Auch im Zoo in Leipzig haben die Schlachtungen bereits begonnen. Hier in Österreich hält sich etwa der Tiergarten Schönbrunn ans „Auslaufen“. Aber auch hier wurde bereits ausgesendet, dass Schönbrunn keine invasiven Tierarten mehr aufnimmt.

Was passiert also mit den Tieren, die jetzt eingefangen werden? Was passiert mit den Tieren, die die Menschen zu Hause haben? Hier müssen die Länder und der Bund schnellstmöglich reagieren, um mit finanzieller Hilfe Tierheime oder Auffangstationen, die invasive Tierarten aufnehmen, zu unterstützen.