Mykoplasmen, Papagei, Trachemys, Igel

Erst vor kurzem hatten wir eine Schildkröte aus Leipzig übernommen. Das Tier ist wohlauf, zeigt absolut keine Anzeichen auf Krankheiten, und wurde trotzdem positiv auf Mykoplasmen getestet.

Wir können nur immer wieder davor warnen, fremde Schildkröten ohne tierärztliche Begutachtung und ohne Tests auf die verschiedensten Krankheiten, einfach zu seinem Bestand zu setzen. Da wir aus allen Teilen Österreichs Schildkröten übernehmen, könnten wir hier wahrlich Studien zu diesen Krankheiten durchführen. Fakt ist jedenfalls, dass zumindest 20 bis 25 Prozent aller Landschildkröten die hier ankommen, an Mykoplasmen leiden. Auch wenn ein Tier noch so gesund erscheint, kann es Krankheiten in sich tragen. Hält man die Tiere stressfrei und bietet ihnen eine artgerechte Haltung, muss die Krankheit nicht mal ausbrechen. Mykoplasmen sind allerdings nicht heilbar und von Schildkröte zu Schildkröte übertragbar.

 Mykoplasmen sind in der Lage, sich in die Wirtszelle zurückzuziehen, so dass sie „kaum greifbar“ sind. Dies führt in der Regel zu einer lebenslangen, nicht heilbaren Infektion, die – meist artspezifisch – aber nicht zwangsläufig zu Krankheitssymptomen führen muss.

Die Symtome einer Erkrankung sind Nasenausfluss, vermindertes Allgemeinbefinden, keine Futteraufnahme, Lungenentzündung und röchelnde Atmung.

Während der Therapie wird das Tier mit Antibiotika behandelt und muss auf Temperatur gehalten werden. Die Therapie dauert meist drei bis vier Wochen.

Bitte setzt also keine fremden Tiere zu euren Bestand.

Nach einer Anzeige wegen Hundegebell kam die MA 60 in Wien in ein Haus einer Dame. Dort fand man neben einem Hund auch einen Graupapagei vor. Diese Vögel dürfen nicht alleine gehalten werden und so stellte die MA 60 ein Ultimatum. Entweder muss der Vogel weg, oder ein zweiter dazu. Leider ist es nicht möglich, einen zweiten Papagei dazu zu nehmen und so wurden wir kontaktiert. Wir rechneten bei der Abholung mit viel, aber….

Der Graupapagei bei der Abholung

Wir rechneten eigentlich mit einem gestressten Vogel der sich selbst rupft. Gefunden haben wir einen wunderschönen Vogel der überaus gesund ist und eine Dame, der die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben stand. Vor 21 Jahren hatte sie den Papagei von ihrem Mann bekommen, es war das letzte Geschenk bevor er verstarb. Alle Untersuchungen des Papageis verliefen positiv und er hat hervorragende Werte. Er darf die ganze Wohnung nutzen und kuschelt am liebsten mit der Dame. Die Beiden lieben sich sichtlich und es tat mehr als weh den Papagei aus dem Haus zu bringen und die Dame weinend zurück zu lassen.

Ein so verliebtes Paar zu trennen liegt nicht in unserem Sinn. Unsere Aufgabe sehen wir jetzt darin, zu sehen ob sich der Papagei vergesellschaften lässt. Er braucht natürlich Freunde, aber ob es gut ist ihn von seiner Bezugsperson zu trennen….. Ganz egal was passiert, sollte er sich vergesellschaften lassen, kann die Dame ihren Vogel natürlich jederzeit besuchen. Merken wir, dass er Sehnsucht nach derDame hat und traurig ist, sich nicht vergesellschaften lässt, werden wir alles dafür tun, dass die Beiden wieder zusammenfinden…

Trachemys

2016 wurde die EU Verordnung bezüglich invasiver Tierarten erstellt. Darunter befinden sich Trachemys Arten wie die Rot- Gelbwangen und Cumberlandschildkröten die weder gehandelt noch gezüchtet werden dürfen. Natürlich versucht man diese Verordnung zu umgehen und so kommen jetzt vermehrt tropische Trachemys Arten auf den Markt.

Wir möchten uns hier Mag. Stephan Ettmar vom ISV anschließen, der in der neuesten Auflage der Schildkrötenzeitschrift „Sacalia“ über dieses Thema berichtet und warnt.

Trachemys emolli oder Trachemys venusta landen vermehrt am Markt. Diese Tiere sind aber tropisch und nur in den heißesten Sommermonaten für die Teichhaltung geeignet. Dazu werden diese Schildkröten beinahe 40 cm groß. Hier kann man sich schon ausrechnen, welch großes Aquarium für die artgerechte Haltung nötig ist.

Trachemys venusta Foto:Stephan Ettmar, Sacalia

Also bitte überlegt euch gut den Kauf einer solchen Schildkröte damit wir sie in den nächsten Jahren nicht wieder überall in Auffangstationen oder Gnadenhöfen wiederfinden.

Auch ein Igel fand wieder den Weg zu uns. Mit keinen 300 Gramm und zu dieser Zeit noch unterwegs würde er wohl kaum den Winter überleben.