Die Jagd, Artenkiller Nr. 2

Es ist schon eigenartig wie wir Europäer auf Bilder reagieren, die Massentötungen von Tieren, wie etwa in Asien, zeigen. Die Jagd nach dem Fleisch und dem Panzer von Schildkröten, gemeinsam mit dem Lebensraumverlust, hat es mittlerweile geschafft, dass etwa 60 Prozent aller Schildkrötenarten vom Aussterben bedroht sind. Damit sind Schildkröten die bedrohteste Tierart weltweit.

Wir kennen die Bilder aus Asien und beschweren uns. Aber nicht viele Menschen wissen, dass die Jagd nach Schildkrötenfleisch auch hier bei uns vollzogen wurde. Die europäische Sumpfschildkröte wurde einst als Fastenspeise gesehen und eigentlich ausgerottet. Es gibt hier in Österreich nur mehr einen Bestand im Osten Österreichs der von einigen beherzten Menschen beschützt und versorgt wird.

In Österreich wurden erschreckende Zahlen publik gemacht, die vor allem unser Niederwild betreffen. Die Bestände von Feldhasen sind um beinahe zwei Drittel zurück gegangen, die von Fasanen um drei Viertel und Rebhühner findet man fast keine mehr. Und was macht die Jägerschaft? Also die Leute, die sich ja so rührend um die Tiere kümmern? Sie jagen sie weiter. Dies ist ein unglaubliches Verbrechen an unseren Wildtieren. Dazu würde sich ein demokratisches Österreich mit großer Mehrheit gegen dieses sinnlose Töten stellen.

Wie sinnlos und kontraproduktiv das Ganze ist zeigt sich an unseren Wildschweinen. Obwohl seit Jahrzehnten Wissenschaftler dieses Problem als Hausgemacht erkennen, wird weiter gejagt und Jahr für Jahr wird über die Problematik diskutiert, dass es mehr und mehr dieser Tiere gibt. Wissenschaftler haben längst erkannt, dass sich diese Tiere hauptsächlich wegen der Jagd so sehr vermehren. Wo sie früher nur einmal jährlich Junge bekamen, bekommen sie heutzutage bereits dreimal jährlich Junge.

Auch unsere Fuchsbestände werden gnadenlos bejagt. Hier gibt es Erkenntnisse aus zb. Luxemburg wo es seit Jahren ein Fuchsjagdverbot gibt. Dort vergrößern sich die Bestände kein bisschen und es gibt um 50 Prozent weniger Krankheiten, als in Gebieten wo sie bejagt werden.

Konfrontiert man die Jägerschaft mit diesen Zahlen sprechen sie davon, dass man ja keine Ahnung hat. Den Jagdschein kann man in einem zwei Wochen Kurs machen, Wissenschaftliche Studien befassen sich wirklich damit und das geht jahrzehntelang zurück. Also was bedeutet keine Ahnung.

Und weil das Niederwild so extrem Rückgängig ist, hat jetzt der Niederösterreichische Landesjägermeister Josef Pröll zu einen Infoabend geladen. Um die 300 Jäger versammelten sich um etwas gegen diese Problematik zu tun. Und das unvorstellbare, es ging nur um die Abschusszahlen. Kein einziges Wort darüber, dass es hier um Lebewesen geht, die kurz vor dem Aussterben stehen. Brisant ist dieThematik rund um die Rebhühner. Sie sind am Stärksten bedroht und in dieser Versammlung wurde es tituliert als „beinahe nicht mehr jagbar“. Also kein Wort darüber, dass es hier um heimische Tiere geht die zu schützen sind. Nein, sie sind beinahe nicht mehr jagbar….

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Jeder normal denkende Mensch würde wohl sagen, ok, wenn wir nur mehr so wenige Tiere haben, dann setzen wir die Jagd aus. Nicht so die Jägerschaft. Natürlich ist der Lebensraumverlust dieser Tiere eine große Belastung, aber die Abschusszahlen sprechen Bände. Wie kann man eine Sitzung einberufen um um den Wildtierbestand anzukreiden, aber trotzdem 38.900 Feldhasen tötet? Ja man gibt auch den Raubtieren Schuld und fordert, dass man auch gefährdete Raubvögel, Falken, Bussarde, Adler, aber auch Füchse, Hauskatzen und Marder, intensiver bejagen darf. Würde man die Jagd auf die Raubtiere aussetzen wäre wohl die Jagd auf das Niederwild unnötig. Und wer möchte das schon….

Speziell im Weinviertel kämpfen Organisationen um diese geschützten Raubvögel. Seit vielen Jahren werden hier diese Tiere illegalerweise erschossen oder vergiftet. Man publiziert aber nicht, dass das Futter dieser Tiere zu 98 Prozent aus Mäusen und Ratten besteht. Und im nächsten Jahr erwartet uns dann wieder eine unfassbare Mäuseplage wie wir sie bereits heuer schon hatten.

Aber der Zeitung war es einen großen Artikel wert, weil Josef Pröll in Absdorf einen Strauch pflanzte. Einen Strauch in dem sich dann Feldhasen verstecken und vermehren können um die Abschusszahlen zu erhöhen. Peinlicherweise wird dies sogar als äußerst erfolgreiche Aktion kommentiert…

Aber die Jagd ist nicht nur für die Tiere gefährlich. Alleine in Italien gab es die letzten 10 Jahre 220 Tote, in Deutschland sind es sogar mehr als 300 tote Personen. Dazu wird auch auf die Umwelt kaum geachtet. Tonnenweise wird hochgiftiges Blei in unseren Wäldern verschossen.

Dass der Verbiss in unseren Jungwäldern durch die Jagd mehr und mehr wird, steht außer Frage. Und was fordert die Jägerschaft jetzt? Das Jagen mit Nachtsichtgeräten. Was vor einigen Jahren noch unvorstellbar war, könnte jetzt Wirklichkeit werden. Es gab ein Gesetz, dass in der Nacht nicht gejagt werden soll, damit sich die Tiere erholen können. Doch daran halten sich die Jäger nicht. Sie jagen Tag und Nacht und die Tiere verbrauchen dadurch sehr viel Energie und brauchen dementsprechend zu fressen. Also auch der Verbiss in den Wäldern geht auf die Kappe der Jägerschaft.

Aber was sagen Biologen, Zoologen, Wissenschaftler und Berufsjäger zu dem Ganzen?

Christian Lorenz  Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer

deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine – für sie lebenswichtigen – Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd – nach der industriellen Landwirtschaft – der »Artenfeind Nr. 2« ist.

„Seit dem Jagdverbot auf Füchse wurde der Fuchsbandwurm immer wieder thematisiert. Der seltene, aber für Menschen sehr gefährliche Wurmbefall wurde von der Jägerschaft immer wieder als Argument ins Felde geführt, um die Jagd auf den Fuchs wieder einzuführen. In einer parlamentarische Frage stellt die Abgeordnete Martine Hansen (CSV) die Ergebnisse einer dreijährigen, groß angelegten Studie rund um die französische Stadt Nancy in Frage. Sie wurde im November vergangenen Jahres veröffentlicht.

Die Studie war zum Schluss gekommen, dass der systematische Abschuss von rund 1000 Füchsen nach drei Jahren zu einem Anstieg der Population führte, dies im Vergleich zu einem nicht-bejagten Gebiet. Zudem stieg auch die Infektionsrate der Füchse mit dem gefährlichen Bandwurm von 40 auf 50 bis 75 Prozent.“

Bis Ende der 1980er-Jahre belief sich die gesamteuropäische Schwarzwildstrecke auf 550.000 Stück. Im Jagdjahr 2014/15 wurden alleine in Deutschland 520.623 Wildschweine erlegt. »Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass wir die Sauen mit jagdlichen Mitteln offenbar nicht mehr nachhaltig regulieren können«, heißt es in WILD UND HUND 9/2014. Deutlicher könnte das Eingeständnis der Jäger nicht sein: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren. Das Gegenteil ist der Fall: Jagd führt zur unkontrollierten Vermehrung von Wildschweinen.

Der renommierte Zoologe und Ökologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der an der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte und Leiter der Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München war, stellt fest: »Jagd reguliert nicht. Sie schafft überhöhte und unterdrückte Bestände.«

»Die enormen Wildschweinbestände sind zum großen Teil ein hausgemachtes Problem«, sagt Elisabeth Emmert, Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbands. Die Ausbreitung des Schwarzwilds sei den Jagdpächtern lange willkommen gewesen. Große Mengen an Futter seien über Jahrzehnte in die Wälder gebracht worden. »Wenn man immer viele Schweine zum Schießen hat, ist das natürlich etwas Schönes.« (in: DIE ZEIT 13/2009)

Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangere schon vor Jahren an an: »Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht«. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ. (Jägerzeitung »Wild und Hund«, 23/2002)

Wildmeister Gerold Wandel kritisiert: »Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen… Diese Fehlabschüsse führen bekanntlich zur unbehinderten Vermehrung des Schwarzwildes. Wollen wir wirklich die Vermehrung noch stoppen, dann müsste unter anderem für drei Jahre der Abschuss der Keiler und großen Bachen untersagt werden. Das wäre dann ein realer Schutz der wichtigsten Leitbachen, sie würden wieder eine soziale Ordnung in den Wildbestand bringen. Aber hat die Jagd noch die Kraft, wildbiologische Erkenntnisse durchzusetzen – oder lässt sie sich in die Schädlingsbekämpfung treiben?« (Jagdzeitschrift PIRSCH 1/2004)

Helmut Hilpisch, Berufsjäger in Diensten der Hövel’schen Rentei, sieht Fehler in der Jagd und Politik: Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst – zumindest dann, wenn sie in intaken Familien­verbänden unterwegs sind. Dann sorgt ihr Sozialverhalten dafür, dass nur einzelne weibliche Tiere rauschig werden: Lediglich die älteren Bachen werden dann befruchtet. Fehlen diese älteren Bachen, werden auch jüngere weibliche Tiere schnell trächtig. Mit anderen Worten: Statt zweier alter Tiere werden fünf junge zum Muttertier von noch mehr Frischlingen. (Siegener Zeitung, 18.10.2008)

Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet. Das Ergebnis: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird.

Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche gibt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« (Neumann-Neudamm, 2012) offen zu:

»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts… Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Der Jäger und Journalist Eckhard Fuhr widmete der Frage, warum er jage, einen Artikel in der ZEIT (48/2010):

»Und natürlich, ich gebe es zu, Jagd ist aufregend. …Wenn das tote Reh dann gefunden ist, stellt sich ein unvergleichliches Gefühl innerer Zufriedenheit ein. Doch, vergleichbar ist es: Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich wie nach gutem Sex…«

Wenn es ihm nur um Erholung in der Natur ginge, würde er Golf spielen. »Jagen dagegen ist Sinn schlechthin. Jagen ist keine Neben-, sondern eine Hauptsache. Ich jage, also bin ich.«

Paul Parin, Neurologe, Psychoanalytiker und selbst Jäger schrieb in »Die Leidenschaft des Jägers« (Hamburg, 2003) ungeschminkt über die Leidenschaft, die Passion, das Jagdfieber: »Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird. …Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selbst aufhebt… Und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt – um ein Fieber eben – geht es in diesem Buch um sex and crime, um Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«

Unmissverständlich erklärte der renommierte Zoologe und Ökologe Prof. Dr. Josef Reichholf im Bayerischen Fernsehen, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs sei längst überfällig:

»Für das Wild ist das Urteil gut, weil es da und dort Ruhezonen schafft, die das Wild bei uns dringend braucht.«

Ruhezonen könnten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss.« (BR »Unser Land«, 16.11.2012)

„Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine intensive Jagd beim Wildschwein zu stärkeren Vermehrungsraten führt“, so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND, in einer Pressemitteilung vom 10.1.2018.

Er verweist auf die nach der leitenden Wissenschaftlerin benannten „Servanty-Studie“ von 2009. Sie untersuchte in Frankreich über 22 Jahre hinweg zwei Wildschweinpopulationen: eine, die kaum bejagt wurde, und eine weitere, die häufig bejagt wurde. Sie wies nach, dass die Vermehrungsrate in dem stark bejagten Bestand signifikant höher ausfiel als in dem weitgehend sich selbst überlassenen Bestand.

„Kein Wildschwein läuft von Polen nach NRW, sondern die bekannten Ausbreitungswege der Afrikanischen Schweinepest sind Jagdtouristen und Fleischkonsumenten, die kontaminierte Nahrungsreste in der Landschaft hinterlassen“, so Holger Sticht.

Egal ob Zoologen wie Ragnar Kinzelbach:

 „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“

egal ob Biologen wie Professor Dr. Josef Reichholf:

 „Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen“. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort.“

egal auch, ob die Sinnlosigkeit der Freizeitjagd in großen jagdfreien Gebieten längst bewiesen wurde:

 Bruno Bassano, Nationalpark Gran Paradiso, Italien, jagdfrei seit 1922:

 „Das Ziel der Jäger ist, die Zahl ihrer Opfer konstant hoch zu halten. Die Umwelt würde sich selbst optimal erhalten mit einem inneren Regelungsmechanismus, ohne dass der Mensch schießt. Ich sehe für die Jagd wirklich keine andere Funktion, als dass es ein Vergnügen ist. Die Jagd dient nur den Jägern.“

auch der Forstwirt Karl Liechtenstein, selbst ehemaliger Jäger, verantwortet 5000 Hektar Forst::

„Ich akzeptiere, wenn jemand sagt, er will auf seinem Gebiet überhaupt keine Jagd mehr haben, wie das ja schon mehrere tun.

 Denn was passiert, wenn man nicht füttert und nicht jagt ? Gar nichts. Die Jagd kämpft nur verzweifelt um ihre Daseinsberechtigung, aber notwendig ist sie nicht.“

oder der Biologe Karl-Heinz Loske

 „Die Jagd ist ein überflüssiges Hobby, das der Befriedigung der Jagdlust der Jäger dient. Wir brauchen die Jagd nicht, sie ist aus ökologischer Sicht nicht zu verantworten.“

um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Wer Biologie oder Zoologie studiert hat, wer auf jahrzehntelange Erfahrung und auf bestehende Beispiele verweisen kann, gilt unter den Hobbyjägern grundsätzlich dann als ahnunglos, wenn er nicht das Jägerlatein nachbetet, das den lodengrünen Flintenfreunden in ihrem 14-tägigen Expresskurs zum Jagdschein eingetrichtert wurde.“Seit dem Jagdverbot auf Füchse wurde der Fuchsbandwurm immer wieder thematisiert. Der seltene, aber für Menschen sehr gefährliche Wurmbefall wurde von der Jägerschaft immer wieder als Argument ins Felde geführt, um die Jagd auf den Fuchs wieder einzuführen. In einer parlamentarische Frage stellt die Abgeordnete Martine Hansen (CSV) die Ergebnisse einer dreijährigen, groß angelegten Studie rund um die französische Stadt Nancy in Frage. Sie wurde im November vergangenen Jahres veröffentlicht.