Fütterung Landschildkröten

Fütterung Landschildkröten

Oft werden wir nach der Ernährung von europäischen Landschildkröten gefragt. Ihr Verdauungssystem ist auf pflanzliche Ernährung eingestellt und sollte aus frischen Wildpflanzen und Kräutern bestehen.

Die Fütterung sollte sich nach der Ernährung in ihren natürlichen Habitaten richten und abwechslungsreich sein. Es können alle Wildpflanzen angeboten werden, die nicht giftig sind. (Kalzium – Mineral und Fasergehalt hoch, Wasseranteil tief). Um Mangelerkrankungen vorzubeugen ist ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot notwendig.

In ihren natürlichen Habitaten ist das Verhältnis der Futterpflanzen von Kalzium/Phosphor 5:1. Dieses Verhältnis wird man bei uns nicht finden, da diese Pflanzen auf kargen, kalkhaltigen Böden wachsen. Das Verhältnis sollte aber zumindest 2:1 oder höher sein.

In ihrer natürlichen Umgebung wird der Kalziumbedarf durch Schneckenhäuser oder Knochen von verendeten Tieren ergänzt. Als Haustiere gehalten sollte man ihnen deshalb immer Sepiaschalen oder Schneckenhäuser anbieten. Vom Kalziumpulver, das über das Futter gestreut wird, möchten wir abraten. Man kann es schwer dosieren und eine Überdosierung kann schädlich sein. Die Tiere wissen genau wann sie Kalzium aufnehmen müssen und suchen dann nach Sepiaschalen oder Schneckenhäuser. Phosphor muss man nicht zusätzlich anbieten. Es ist genug in unseren Wildkräutern enthalten.

99 Prozent des Körperkalziums ist im Schildkrötenpanzer und Skelett enthalten. 85 Prozent des Körperphosphors ebenso. Zur Entwicklung und Gesundheit der Tiere ist diese Fütterung also unerlässlich.

Geeignete Futterpflanzen sind:

Ackerkraut, Bärlauch, Berufskraut, Breitwegerich, Brennessel, Brombeerblätter, Disteln, Erdbeerblätter, Fingerkraut, Gänseblümchen, Glockenblume, Golliwoog, Hibiskus, Hornklee, Johanniskraut, Kamille, Kapuzinerkresse, Klatschmohn, Klee, Kornblume, Lattich, Löwenzahn, Malve, Margerite, Minze, Mutterkraut, Nachtkerze, Ringelblume, Salbei, Spitzwegerich, Stiefmütterchen, Taubnessel, Weißklee, Zaunwinde…….

Ungeeignetes Futter:

Obst, Gemüse, Fleisch, Hunde oder Katzenfutter, Schildkrötenfertigfutter- Pellets….. Tomaten entziehen dem Panzer wichtiges Kalzium. Die Darmflora von Schildkröten ist ausschließlich auf pflanzliche und eiweißarme Nahrung ausgerichtet. Falsche Ernährung führt zu Papageienschnäbel, Verdauungsstörungen, Panzerdeformationen, Nieren und Darmschädigungen,  Gicht und letztendlich zum Tod des Tieres.

Auch Efeu, Trompetenpflanzen, Eibe, Oleander, Rhabarber, Goldregen, Maiglöckchen, Nudeln, Kartoffeln oder eingeweichte Semmeln dürfen keinesfalls verfüttert werden.

In der Übergangszeit kann man auch faserreiche Salate zufüttern. Hier sind Endiviensalat, Jägersalat bzw. Chinakohl, Ruccola oder Radicchio zu empfehlen. Um den Rohfasergehalt der Salate zu erhöhen muss er mit Heu vermischt werden. Die Salate sollten unbedingt vor der Fütterung gewaschen werden.

Salate sollte man nur ab und zu füttern. Zucker, Nitrat- sowie Eiweißgehalt sind für Schildkröten in der Regel viel zu hoch. Man sollte die Salate trocknen. In luftigen Behältern halten die getrockneten Pflanzen sehr lange. Feuchte Lagerung oder Lagerung in Plastikbeutel führt unweigerlich zu Schimmelbildung und damit zu Leberschäden bei den Tieren. Gar nicht sollte Obst gefüttert werden, auch wenn die Schildkröten noch so gierig danach sind. Es verändert durch seinen Zuckergehalt den PH- Wert des Darms und schädigt damit die Darmflora. Durchfall, eine schlechte Futterverwertung und eine höhere Parasitenbelastung des Darms ist die Folge. Getreide und alle Getreideprodukte sollten auf keinen Fall angeboten werden, auch nicht Milch oder gar Fleisch. Künstliche Vitaminpräparate führen leicht zu einer Überdosierung und sollten nur nach Empfehlung des Tierarztes verabreicht werden. Milch und Fleisch hat zu viel Eiweiß. Eiweiß schädigt die Nieren der Schildkröten!!! 

Wasser 

Auch frisches Wasser sollte man den Tieren immer anbieten. Viele Schildkröten, auch die griechischen, baden sehr gerne. Deshalb sollte die Schüssel auch groß genug sein, damit das Tier reinpasst, aber auch problemlos rein und rausklettern kann. Schildkröten können Flüssigkeiten auch über die Haut und die Kloake aufnehmen. Sie entleeren ihren Darm aber auch recht gerne im Wasser….