Meldepflichtige Tiere

Artenhandel / Cites- Papier pflichtige Tiere

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen und ihrer Produkte. Die Umsetzung der Konvention ca. 5.000 Tier- und 30.000 Pflanzenarten, die vom internationalen Handel bedroht sind. In Österreich ist das Übereinkommen seit 1982 in Kraft.

Wir müssen schon zugeben, dass es uns sehr überrascht hat, wie wenige über die Meldepflicht von Schildkröten wissen. Wir bekamen darüber dutzende Anfragen und möchten euch hier über die rechtlichen Grundlagen informieren.


Die betroffenen Arten!

  • Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)
  • Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)
  • Breitrandschildkröte (Testudo marginata)
  • Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni)

sind im Anhang A der EG-Verordnung 338/97 gelistet. Das ist die höchstmögliche Schutzkategorie und entsprechend eingeschränkt sind die Möglichkeiten, diese Tiere legal zu erwerben.

Import/Export

Jede Weitergabe über eine Außengrenze der EU hinweg (also auch in die Schweiz) bedarf einer Export und einer Importgenehmigung. Diese beinhaltet nicht automatisch eine Genehmigung mit den Tieren Handel zu betreiben.

Schenkung und Erbschaft

Die Weitergabe durch Schenkung oder Erbschaft ist kein Verstoß gegen das Handelsverbot, bedarf keiner Genehmigung ist auch mit Tieren möglich, deren legaler Erwerb nicht nachgewiesen werden kann. Der neue Eigentümer ist aber verpflichtet, der Cites Management Behörde (dem BMLFUW) die Weitergabe unverzüglich anzuzeigen (inklusive Kopie des Schenkungsvertrages bzw. eines Nachweises über die Erbschaft. Ein Muster für diese Meldung dafür kann von der Hompage des BMLFUW heruntergeladen werden.
https://www.bmnt.gv.at/…/nat…/cites/formulare/formulare.html
Die Weitergabe mittels Schenkung oder Erbschaft ändert nichts daran, ob ein Tier als legal erworben anzusehen ist oder nicht. Um für eine durch Schenkung oder Erbschaft erhaltene mediterrane Landschildkröte eine Ausnahme vom Vermarktungsverbot bekommen zu können, muss nachgewiesen werden, dass der Schenker oder Erblasser das Tier legal erworben hat.

Die Nachzuchten

Nachzuchten erben gewissermaßen den Status des legalen Erwerbs von ihre Eltern. Andererseits gelten Nachkommen von Elterntieren, für die kein Nachweis des legalen Erwerbs möglich ist, auch nach mehreren Generationen nicht als legal erworben und dürfen nicht gehandelt werden. 
In Wien muss man die Nachzuchten von im Anhang A gelisteten Landschildkröten aufgrund des Wiener Artenhandelsbegleitgesetzes binnen drei Monaten der MA 22 melden. Auch in den anderen Bundesländern empfielt sich das, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt leichter den legalen Erwerb nachweisen zu können.

Fundtiere

Gefundene mediterrane Landschildkröten müssen der Behörde gemeldet, bzw. dort abgegeben werden. Sie stillschweigend zu behalten oder die eigenmöchtige Weitergabe an Schildkrötenfreunde (auch wenn sich diese oft Auffangstationen nennen) ist nicht erlaubt!!!!
Die Behörde verfügt dann, wo das Tier verwahrt werden soll. Das kann bei jeder Institution oder Person sein, die das Tier angemessen pflegen kann (zb. Tierheim, ein Verein oder auch der Finder). 
Die Behörde hat die in ihrem örtlich zuständigen Wirkungsbereich aufgefundenen Tiere in geeigneter Form kundzutun. Der ursprüngliche Besitzer kann sich dann binnen eines Monats melden und nur mit Zustimmung der Behörde sein Tier zurück erhalten. Danach darf die Behörde das Tier dauerhaft einem neuen Besitzer übereignen.

Wir hoffen, wir konnten hier die meisten Fragen beantworten. Für weitere FAQs, oder um Kontakt mit uns aufzunehmen, klickt hier.
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